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Nach einem Flug durch einen kräftigen 50 NM langen Regenguss mit klarem Alaska Regenwasser ist unser Flieger wieder gründlich gereinigt. Danach klart das Wetter auf und macht die Sicht auf die Schönheit Alaskas frei. Vorbei an Mount McKinley (6193 m/höchster Gipfel Nordamerikas) fliegen wir bei leichtem Rückenwind die RW07L des Steven Int’l Airport an. Auf einem Areal von gerade einmal 10x10NM leben gleich vier Flugplätze in friedlicher Koexistenz: Stevens Anchorage Int’l, Lake Hood (Wasserflughafen und Gravel Strip), Merril (nationaler Stadtflugplatz) und Elmendorf AFB (mil. Airbase). Stevens Int‘l ist per Taxiway mit Lake Hood Airport verbunden, an dem wir die jetzt fällige 50 Std-Kontrolle an unserer CESSNA bei der Firma Seaplanes North durchführen lassen. Der ca. 6 km lange Rollweg führt über Straßen und Schranken zum Hangar des CESSNA Service Unternehmens.
Bereits am Freitagabend ist unser Flugzeug wieder zur Abholung bereit: bislang hat unsere CESSNA die Tortur gut überstanden. Jeff und Richard Walker betreiben die Werft, die u.a. auf die Umrüstung von Flugzeugen auf Floatplanes spezialisiert ist. Richard hat eine Überraschung für uns bereit. Er macht uns mit Martin Hinshaw (Kapitän bei UPS) und Steven Williams bekannt. Die zwei werden in der kommenden Saison geführte Flugsafaris anbieten. In- und ausländische Piloten werden selbst im gecharterten Flugzeug die Umgebung von Anchorage erkunden – für die meisten Piloten sicher ein einmaliges Erlebnis. Steven betreibt auch eine Flugschule (ACME Cub Training - www.ACMEcub.Blogspot.com), die auf das Float Rating spezialisiert ist. In zwei Tagen, so erzählt er uns, ist die Wasserfliegerei für einen einigermaßen talentierten Piloten kein Traum mehr. Spontan lädt er uns zu einer Tour auf seiner 180PS PA18 ein. Mit 3! Leuten an Bord führt uns der Flug vom „Heimatsee“ in Lake Hood zu einem 3000 ft hoch gelegenen Bergsee. Der Queranflug zur Landung über die Bergkämme bei Wind erfordert einige Übung. Die Landung auf diesem kleinen See inmitten unberührter Natur ist einfach unvergesslich. Nicht minder imposant ist dann der Anflug auf Lake Hood. Die Runways von Steven Int’l in greifbarer Nähe drehen wir ein auf den Endanflug zur Wasserpiste. Erst beim Anflug wird sichtbar, welche unvorstellbare Menge an Wasserflugzeugen hier ihr Zuhause hat – dabei zählt Anchorage als Alaskas Hauptstadt gerade einmal 250000 Einwohner. Ein echtes Fliegerparadies für Menschen, die in der Fliegerei ihre Leidenschaft gefunden haben. Wir möchten uns bei Steven für diesen Ausflug in eine gänzlich andere Welt der Fliegerei bedanken und wünschen ihm und Martin alles Gute für ihre Pläne in der kommenden Saison. In Alaska sollte man, wenn man etwas unternehmen will, nicht warten bis die Wettervorhersage Sonne verspricht! Die einzigartige, unberührte Natur wird einem auch bei bedecktem Himmel bewusst. Ob die Seen- und Flusslandschaften im Norden von Anchorage oder die Kenai-Halbinsel im Süden überall bräuchte man Wochen. Mit Richard´s Worten: “Ich lebe schon mein ganzes Leben in Alaska und habe noch nicht alles gesehen.“ Wir jedenfalls dürfen dem besonderen Schauspiel eines Gletschereisabgangs beiwohnen. Tausende von Jahren haben sich die Eiskristalle bis zum Meeresspiegel vorgearbeitet, nur um wieder in den ewigen Kreislauf einzutauchen. Eine besondere Faszination übt die Tierwelt auf uns aus. Bis auf Bär und Wolf bekommen wir alles zu sehen. Wie wir später erfahren, ist allerdings der Elch das gefährlichste Wesen. Viele Unfälle passieren u.a., weil die Touristen sich zu nah heranwagen. Er sieht ja auch gar nicht so angriffslustig aus.
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