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Der Flug von Townsville nach Darwin ist eigentlich problemfrei. Die Bewölkung in unterschiedlichen Höhen löst sich schnell auf und bestes Fliegerwetter begleitet uns. Lediglich der Wind erweist sich erneut als unser Gegner. Anders, als bei den Flügen zuvor, weichen die Daten der Windkarten, die aus den Wetterinstituten in London und Washington regelmäßig weltweit bereit gestellt werden, deutlich von der Realität ab. Eine echte Ausnahme von den ansonsten sehr guten Prognosedaten. Wir versuchen in unterschiedlichen Höhen das beste Verhältnis von wahrer Flugzeuggeschwindigkeit (TAS) und geringster Gegenwindkomponente zu erfliegen. Bei Flugfläche 160 stellt sich unser Optimum ein, das allerdings nur Geschwindigkeiten über Grund von anfangs 120KT (172KT TAS) zulässt. Gegen Ende der Reise verbessert sich die Ground Speed zwar auf 155 KT – insgesamt kommt aber ungefähr eine Stunde zusätzlicher Flugzeit gegenüber der Planung hinzu. Gut für die Nerven, wenn die Tanks genügend Reservetreibstoff enthalten.
Wie unter Wasser lassen sich aus der Luft nur wenige Eindrücke mit der Kamera so einfangen, wie man sie in Realität sieht. Manchmal präsentiert sich aber das absolute landschaftliche „Nichts“ aus der Vogelperspektive wie ein Gemälde.
Mit Darwin haben wir schon unseren letzten Stopp in Australien erreicht, einen Kontinent, auf dem die Natur eine große Wertschätzung erfährt.
Den Salzwasserkrokodilen sollte man in jedem Fall größten Respekt erweisen. Bei einer Fahrt auf dem Adelaide River haben wir die seltene Gelegenheit, einen Revierkampf zweier männlicher Tiere beobachten zu können. Um die Kraft dieser Reptilien zu demonstrieren, werden einige vom Boot aus gefüttert: eben noch unsichtbar unter der Wasseroberfläche verborgen katapultieren sie im nächsten Augenblick ihren gesamten Körper senkrecht aus dem Wasser, um sich einen Brocken zu schnappen. Ab und zu ist der Seeadler etwas schneller. Er sollte gut aufpassen, denn auch Vögel stehen auf der Speisekarte der immer schlecht gelaunten Burschen. Im Litchfield Nationalpark stoßen wir auf die ebenso alten aber winzig kleinen Termiten. Ihre Bauten sich echte Wolkenkratzer. Nicht nur architektonische Meisterleistungen sondern auch klimatechnisch auf dem letzten Stand.
Mit einem letzten Blick auf die großartige Natur wollen wir uns von Australien am Sonntag verabschieden. Der ca. 11000 Km kleine Umweg auf unserer Route rund um die Welt hat sich mehr als gelohnt.
Der Abschied zieht sich nun aber doch länger hin, als geplant. Die ITCZ (Interkontinentale Konvergenzzone) tobt sich auf unsrer weiteren Route heftig zwischen Timor und Borneo mit großflächigen Gewittern, die bis 13Km/45000ft hoch reichen, aus. An ein Durchkommen ist derzeit auf dem geplanten nächsten 6,5 stündigen Flug nicht zu denken. Diese seit Reisebeginn vor zwei Monaten erst zweite zeitliche Verzögerung können wir mit den geplanten „Schlechtwetter-Puffern“ bislang gut verkraften.
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