|
Die Strecke von Darwin nach Balikpapan stellt eine der anspruchsvollsten auf unserer Reise dar. Die Strecke ist mit ca. 1100 NM (2000km) und knapp 7 Stunden eine der längsten. Die Flugroute führt fast die gesamte Zeit über Wasser – die wenigen Inseln unterwegs bieten schlechte oder keine Möglichkeiten für ungeplante Stopps. Viele sind unbewohnt und einige der bewohnten nicht immer ungefährlich. Die Funkverbindung auf dem UKW Band sind für große Streckenteile unterbrochen. Und schließlich fliegen wir in die ITCZ (Interkontinentale Konvergenzzone) hinein, die wegen ihrer vielen und ausgedehnten Gewitter mit hochreichenden (bis FL500) CBs bekannt ist. Das Wetter ist häufig den gesamten Tag über schlecht – an einigen Tagen wird es im Tagesverlauf durch die intensive Sonneneinstrahlung allerdings noch schlechter. Da ist unsere lange Flugzeit nicht hilfreich. Eine Alternative Streckenplanung mit Zwischenstopps gibt es leider auch nicht, da die zwei nutzbaren Flugplätze für uns nicht anfliegbar sind. Gute Gründe dem Thema Vorbereitung die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.
Bei der Flugwetterberatung sind wir daher erneut froh, die tolle Beratungsleistung des DWD(Deutscher Wetterdienst) Teams in Hamburg um Andreas Beck in Anspruch nehmen zu können. Andreas Beck nimmt sich am Montag noch persönlich Zeit, viele nützliche Hinweise und Tipps zu den Besonderheiten der ITCZ zu geben.
Am Mittwoch ist die Vorhersage für unser Vorhaben günstig (es gibt lediglich 4 TAFs für die gesamten Strecke – die Infrarot-Sattelitenbilder sind enorm hilfreich). Der erste Streckenabschnitt mit ca. 1/3 der Strecke ist problemfrei bis Osttimor fliegbar. Auf den letzten zwei Dritteln nehmen die CBs zu - sind allerdings noch „isolated“. Im Wettbewerb mit den Airlines erbitten Kurskorrekturen, um den notwendigen Respektabstand zu halten. Der finale CB türmt sich gerade nordöstlich kurz vor unserer Landung in Balikpapan/Borneo auf.
Die Funkverbindungen unterwegs sind schlecht. Wir können unsere Positionsmeldungen und Kurskorrekturen mittels Relais-Verbindungen jedoch immer rechtzeitig absetzen. Auf diesem Streckenabschnitt zeigt sich, wie wichtig einige Tage Reserve in der Reiseplanung sind.
In Balikpapan kommt unsere Sprithandpumpe wieder zum Einsatz. Etwas skeptisch untersuchen wir die angerosteten und ramponierten AVGAS Fässer. Die Siegel sind allerdings unversehrt und als Produktionsdatum ist 12.2009 aufgedruckt. Unser Handling Agent Sari Mahayu Biomantara hat es irgendwie geschafft von einem lokalen Operator für Kleinflugzeuge zwei Fässer AVGAS zu besorgen – der Flughafen selbst liefert ausschließlich Kerosin. Ihr Aussehen ist wohl auch den tropischen Verhältnissen zuzuschreiben. Was die bedeuten erfahren wir schon kurz nach der Landung. Die Himmelsschleusen gehen auf und obwohl warm, ist es keine Freunde bis auf die Haut durchnässt zu werden.
Kohle, Gas und Öl – dafür steht Balikpapan. Kein Wunder, dass wir die einzigen Touristen weit und breit sind. Der Stopp in Balikpapan war als „Technik Stopp“ geplant. Deshalb verbringen wir einen großen Teil des Tages mit Flugvorbereitungen für die folgenden Streckenabschnitte.
Früh am Morgen wollen wir Richtung Manila aufbrechen, doch ein weiteres Mal entscheiden wir uns wegen des schlechten Wetters aus Sicherheitsgründen für einen Aufschub um einen Tag. Wir sind auf Borneo, da ist es doch schade, wenn wir den Dschungel und die Orang-Utans verpassen. Leichter gesagt als getan. Die Organisation dieses Ausflugs gestaltet sich sehr schwierig. Nach einer Rutschpartie über den aufgeweichten Dschungelboden erreichen wir die Samboja Lodge, einer der Auswilderungsstationen für Orang-Utans.
|