FlugvorbereitungEin ganz wichtiger Teil der Vorbereitungsarbeit wurde bereits lang vor der Reise erledigt. Die Grobplanung der Strecken erfolgte mit Google Earth auf der Basis von Großkreisen und maximalen Reichweiten unserer Cessna. Zur Hilfe kam uns dabei die Datenbank „DAFIF Airport Data“, die weltweit fast alle Flughäfen und Landeplätze mit einigen wichtigen Details, wie IFR/VFR Anflugverfahren und Landebahndimensionierungen und -belag enthält. Die zeitliche Komponente (welches Land in welchem Monat) wurde mittels weltweiter Klimadaten festgelegt, um den schlimmsten Wetterbedingungen aus dem Weg zu gehen. Ferner mussten nationale Feiertage und Wochenenden Berücksichtigung finden. StreckenplanungDie konkrete Streckenplanung begann ca. ein Vierteljahr vor Reisebeginn. Aus dem Jeppesen IFP (Internet Flight Planner) resultierte die erste Version der IFR Streckenplanung. IFP hat den Vorteil, immer auf dem aktuellen Planungsstand der weltweit zugelassenen IFR Routen zu sein. Im nächsten Schritt hat sich die Verwendung der Jeppesen Tools FliteStar mit der internationalen Datenbank bewährt. Die Software bietet einige Vorteile gegenüber der Internet-Variante. Einer der wichtigsten: man kann Wegpunkte vorgeben, entlang derer die Planungssoftware dann die Airways heraussucht. Für uns deshalb wichtig, weil wir ansonsten einige zusätzliche Meilen über Wasser hätten fliegen müssen. Ein weiteres Argument war die spätere Nutzungsmöglichkeit der Wetterkomponente dieser Software während der Reise. Für die Planung der Reiselogistik (AVGAS-Versorgung, Autoverleih, FBOs, Hotels, etc.) und der verfügbaren IFR Anflugverfahren ist AC-U-KWIK ein nützliches Werkzeug. Ferner haben wir die IFR En-Route Charts aus den Trip Kits vorab von Jeppesen zur Verfügung gestellt bekommen. Neben einigen ONC Karten für den Luftraum in Japan und Russland sollten diese Karten die einzigen Papierkarten sein, die wir vor Reisebeginn bereits an Bord nehmen wollten. Eine Nachsendung unterwegs schien uns zu kompliziert. Die Trip Kit Anflugkarten haben wir gemäß Reiseverlauf später abonniert, unterwegs per Internet geladen und der JeppView Software zum Ausdruck entlockt. Das Produkt dieser Planungsphase vor Reisebeginn waren operative und ICAO Flugpläne sowie die tagesgenaue Terminplanung, die zur Beantragung der notwendigen Genehmigungen an FSI in Karlsruhe-Baden übermittelt wurden. Die Flugpläne aus der Vorplanung haben wir zu unserer Überraschung, bis auf ganz wenige Ausnahmen, später auch so genehmigt bekommen. Natürlich stand aufgrund der vielen zu erwartenden Schwierigkeiten bei der AVGAS Versorgung bereits zu diesem Zeitpunkt auch die notwendige Menge an AVGAS pro Stopp fest. Für einige Flugplätze hatte die Fuel-Planung so zu erfolgen, dass möglichst ganze Vielfache von 200 Litern nachgetankt werden können (ca. 200 Liter ist die Menge pro AVGAS-Barrel). Das erfordert einige „Tanktaktik“… Die Berechnung erfolgte natürlich ohne Windfaktoren und mit ausreichenden Reserven. Die Bestellung der Fässer für Agra, Kalkutta, Jakarta, Bali, Balikpapan, Magadan musste im Voraus erfolgen. Flugvorbereitung... nun zur eigentlichen Flugvorbereitung: Sie begann morgens vor dem Flug und folgte einem gewissen Ritual. Dieses wiederkehrende Prozedere war uns wichtig, um nichts in der Hektik vor dem Start zu vergessen. (Hotel Check-Out, Rückgabe des Leihautos/Airport Transport, Betankung, Zoll, Zahlung der Gebühren, etc.) WetterAufruf des Flugplans und einspielen der Wetterdaten. Einige Informationsquellen konnten wir weltweit benutzen. Ein enormer Vorteil, denn man muss sich nicht jedes Mal neu in die Darstellung und Interpretation der Infos hineindenken.
Auch wenn einige Infos redundant waren und eigentlich deckungsgleich sein sollten, so waren sie es doch nicht. Eher von Vorteil, denn man bekommt ein "runderes Bild" zur Interpretation. Immer wenn die Infos aus unterschiedlichen Quellen einigermaßen deckungsgleich waren, gab es unterwegs wenige Überraschungen. Wichtig ist bei der Vorbereitung eine Struktur einzuhalten, ansonsten besteht die Gefahr sich zu "verzetteln". Der verfügbare Zeitrahmen für Entscheidungen ist frühmorgens stark eingeschränkt. Wir haben bei normalen Strecken (ca. 5 Stunden Flugzeit) ca. eine Stunde für diese Arbeit eingerechnet. Allerdings ist die Informationsqualität nicht immer gleich gut. Einige Regionen haben wenige oder keine Wetterstationen und/oder werden nicht von Wettersatelliten abgedeckt. Nach Studium der Unterlagen konnten wir bei den anspruchsvollen Strecken auf die Wetterberatung des DWD Teams in Hamburg bauen. Gerade bei grenzwertigen Wetterlagen oder schlechter Informationsqualität war dieser Expertenrat von unschätzbarem Wert. FlugplatzinfosAlle JeppView Approach Charts für Departure, Destination, Alternate und "alternate Alternates" En-Route und allgemeine Flughafeninfos aus AC-U-KWIK. FlugpläneHardcopies des operativen Flugplans aus Jeppesen FliteStar und FSI Crew Briefing inkl. des ICAO FLugplans. Sonstige InfosZu jedem Streckenabschnitt haben wir uns bereits Zuhause ein Briefing Papier erstellt. Inhalt:
Das ca. 30-50 seitige Papierpaket noch ordnen und beschriften, damit im Cockpit kein Chaos entsteht und dann kann es los gehen. |




