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Wetter

Unser Flug um die Welt wird nach sogenannten Instrumentenflugregeln durchgeführt – man bezeichnet diese Art der Fliegerei landläufig auch als „Blindflug“ oder „Allwetterflug“. Es entsteht leicht der Eindruck, dass das Flugwetter eine untergeordnete Rolle spielt. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die genaue Kenntnis über das Wetter auf der Flugstrecke entscheidet über den Erfolg der Mission.
So wechseln Windstärke und –richtung während des Fluges und sind maßgeblich verantwortlich für den Treibstoffverbrauch. Bei falscher Windberechnung kann so bereits vorzeitig die berechnete Treibstoffmenge ausgehen. Besonders ärgerlich, wenn im Anflug bei stehendem Propeller die rettende Landebahn plötzlich unerreichbar wird.

Unsere Route führt über einige Wüstengebiete, deren Sandstürme einem Flugzeug hart zusetzen. Triebwerksausfälle infolge verschlossener Luftfilter, blockierte Messsonden oder totales „Erblinden“ der Frontscheibe sind Beispiele.
Gewitter stellen in allen Regionen der Erde eine extreme Gefahr dar. Beschädigungen durch Hagelschlag, Blendung der Besatzung durch Blitze, Eisansatz durch gefrierenden Regen und unkontrollierte Fluglagen oder Strukturschäden der Flugzeugzelle infolge Starkturbulenzen  sind bereits in „normalen“ Gewittern Europas anzutreffen. In den tropischen Zonen Südostasiens und in der Nähe der sogenannten Interkontinentalen Konvergenzzone treten ganzjährig Starkgewitter auf, bei deren Einflug ein Flugzeug mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren geht. 
Nicht unerwähnt sollen die tropischen Wirbelstürme bleiben, die mit unterschiedlichen Namen  wie Zyklone (Indien), Willy-Willies (Australien), Taifune (Japan), Hurrikans (USA) unseren Flugweg mehrfach kreuzen können.  Diese Wetterphänomene sind eigentlich nur auf dem Sattelitenbild schön anzusehen.

Grund genug, dem Thema Wetter eine besondere Beachtung zu schenken. In der Vorbereitungsphase interessierte uns vor allem die Klimatologie, also die Information über die „wahrscheinlichste“ Wettersituation entlang der Route. Bei geschickter Routenwahl und einem gutem Timing kann man einigen Wetterkapriolen von vorn herein aus dem Weg gehen. Später, während der Reise, stehen dann die Briefing Systeme sowie die fundierte Wetterberatung im Vordergrund.

Im Vergleich hat uns die Qualität der Beratung des Deutschen Wetterdienstes DWD bisher immer am besten gefallen. Der Weg führte uns also über die Pressestelle des DWD in Offenbach zur Außenstelle Hamburg. Hier gibt es das Team um Andreas Beck, das in der Vergangenheit bereits einigen hilfesuchenden Piloten bei weltweiten Unternehmen und luftsportlichen Wettbewerben mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein Besuch in Hamburg machte schnell klar, warum dieses Team den guten Ruf verdient. Für einen Piloten ist es einfach wohltuend die „selbe Sprache“ mit dem Experten zu sprechen.


Einem mehrstündigen Briefing in Sachen Klimatologie im DWD Wetterbüro am Flughafen Hamburg, folgt die Besprechung, wie die Unterstützung  während der Reise aussehen könnte. Andreas Beck hat aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als Pilot dazu eine klare Vorstellung. Das Team wird unsere festgelegte Route verfolgen und „denkt“ sich vor dem jeweiligen Streckenabschnitt in unsere Situation vor Ort herein. Auf Basis zuvor aufbereiteter Arbeitsunterlagen, die in Zeiten des Internets an fast allen Orten der Welt verfügbar gemacht werden können, soll das Briefing Gespräch erfolgen. Natürlich bleibt der Pilot in der Verantwortung, die finale Entscheidung über die Durchführbarkeit eines Flugs zu fällen. Die kann jedoch nur auf der Basis einer guten Information gefällt werden.